von Redaktion

Wie Prinz Philip das Fahren hoffähig machte - Gedanken vor Sebastian Warnecks Start bei der Royal Horse Show in Windsor

Interessante Frage: Was haben Prinz Philip, Gemahl der britischen Königin Elizabeth II, und der neunfache Deutsche Zweispänner-Meister Sebastian Warneck (Märkischer RuFV Nunsdorf) gemeinsam? Antwort: Die Liebe und Besessenheit zum Fahrsport. Gut möglich, dass sich die beiden Protagonisten demnächst bei der Royal Horse Show im Park von Windsor, nahe Londons, treffen.

Berlin-Brandenburgs erfolgreichster Fahrer Sebastian Warneck - Foto: Archiv
Berlin-Brandenburgs erfolgreichster Fahrer Sebastian Warneck - Foto: Archiv

Der Herzog von Edinburgh, der im Vorjahr noch auf dem Kutschbock saß, wird diesmal wohl verzichten müssen, wenn sich ein Großteil der internationalen Zweispänner-Elite vom 9. bis 13. Mai vor der historischen Kulisse des Schlosses trifft. Anfang April musste er sich, inzwischen 96-jährig einer Hüft-Operation unterziehen, damit er, wie es aus dem Buckingham Palace verlautbarte, auch weiterhin seinem Sport frönen könne und außerdem fit genug sei, um am 19. Mai an der Hochzeit von seinem Enkel Prinz Harry und dessen Auserwählten Meghan Markle teilzunehmen.

In einem Interview mit der britischen Zeitung „Telegraph“ erklärte Prinz Philip bei seinem Start 2017, dass ihm der Fahrsport doch sehr am Herzen liege, seit er als 50-Jähriger das Polospiel aufgab, weil er sich dafür zu alt fühlte und in dem Wagenport eine neue, interessante Herausforderung fand, die zudem Gesundheitsschonender sei. Zu seiner damaligen Entscheidung sagte er: „Wir hatten doch genügend Kutschen und Pferde im Stall, da war es nahe liegend, dass ich es einmal ausprobieren wollte, ob mir diese Betätigung Spaß macht.“ 

So richtig mit dem Fahren begann seine Königliche Hoheit 1971, zwei Jahre später nahm er bereits an einer Europameisterschaft teil und kommentierte sein damaliges Abschneiden schelmisch: „Ich wurde zwar nicht Letzter, war aber nicht weit davon entfernt.“ Dass er in der Anfangszeit so manch Kutsche, vor allem seine geliebte Balmoral Dogcart, zur Bruch fuhr, so dass sie anschließend repariert werden musste, wurmte ihn sehr. Deshalb gab er eines Tages bei seiner Werkstatt in Sandringham eine unzerstörbare Ausführung in Auftrag.

Nicht nur als Vierergespann-Aktiver, sondern auch als Präsident des Internationalen Pferdesport-Weltverbandes hinterließ Prinz Philip seine Visitenkarte und machte den Fahrsport international hoffähig. Er berief 1969 beim CHIO in Aachen eine hochkarätige Fachkommission, die erste Richtlinien erarbeiten sollte und sorgte im September bei der Generalversammlung in Madrid dafür, dass das Fahren als vierte FEI-Disziplin aufgenommen wurde, dass es anschließend sogar Europameisterschaften (Premiere 1971 in Budapest) und Weltmeisterschaften gab. Die erste fand übrigens 1972 in Deutschland statt, in Münster. Sechsmal nahm er selbst mit dem britischen Team an einer WM teil.

Über seine Leidenschaft erzählte er weiter in der Zeitung: „In der Dressur habe ich mich am leichtesten getan. Mit den Hindernissen kam ich dagegen nicht so gut zurecht. Doch Freude gemacht haben mir alle drei Disziplinen. Allerdings merkte ich mit zunehmenden Alter, dass meine Reaktionen langsamer und mein Gedächtnis unzuverlässiger wurden, aber ich habe keine Absicht aufzuhören, solange ich noch brave Ponys und engagierte Helfer habe.“

Sollte es seine Gesundheit zulassen, so will Prinz Philip, inzwischen auch aus dem Krankenhaus entlassen, wenigstens als Zuschauer bei der Horse Show in Windsor dabei sein, um mitzuerleben, was die heutige Konkurrenz kann. Und vielleicht trifft er dabei auch Sebastian Warneck, der sich schon riesig auf dieses Event im Mai freut.

Weitere Informationen zur Royal Horse Show unter: www.rwhs.co.uk

HAWI

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