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Sebastian Warneck ist neuer Vizeweltmeister der Zweispännerfahrer

Silber für Berlin-Brandenburgs erfolgreichsten Fahrer Sebastian Warneck - Foto: Archiv
Silber für Berlin-Brandenburgs erfolgreichsten Fahrer Sebastian Warneck - Foto: Archiv

Topolcianky - Mit einer nicht erwarteten Silbermedaille im Gepäck kehrte der für den RuFV Nunsdorf startende Sebastian Warneck von den diesjährigen Fahrsport-Weltmeisterschaften im slowakischen Topolcianky nach Hause zurück. Er kam nach starker Leistung mit seinem prächtigen Zweiergespann Balos und Beat me Okydo in der Gesamtwertung auf 135,78 Punkte und lag damit zwischen dem ungarischen Bruderpaar Vilmos Lazar (130,57) beziehungsweise Zoltan Lazar (136,27), das sich Platz eins und drei teilte.

Der ehemalige Bundestrainer Ewald Meier, der  nach wie vor als sein Betreuer fungiert, meinte dazu: „Eine absolute Klasseleistung. Eigentlich war sogar noch mehr drin, denn in der Dressur, die er als Vierter beendete, hätte er eine wesentlich bessere Punktzahl als die 39,94 verdient. Für mich war die brillante Vorstellung glatt ein 33er-Ergenis wert.“ Doch die Jury sah es leider anders. Nach einer durchaus passablen Darbietung im Gelände, wo es nur an einem der sechs Hindernisse nicht ganz so gut klappte, lag der jetzt in Rangsdorf beheimatete Warneck an vierter Stelle vor dem alles entscheidenden Kegelfahren, wo er eine bewundernswerte Nervenstärke an den Tag legte, so dass es wie 2007 zu Silber reichte.

Doch der jetzige Erfolg wiegt noch schwerer. Zum einen, weil Warneck (30), von Beruf Staatsanwalt in Berlin, nicht mehr so viel Zeit zum Training wie früher hat und zum anderen, weil seine beiden Pferde erst sieben Jahre alt sind, so dass ihnen verständlicher Weise noch einiges an Erfahrung fehlt. Vater Reinhard Töpel, der zu Hause am Live-Ticker, die spannende Auseinandersetzung verfolgte, strahlte verständlicher Weise ebenfalls. „Diese Medaille zeigt doch, dass wir mit dem Erwerb dieses Gespanns auf dem richtigen Weg sind. Der Erfolg ist aber gleichzeitig auch das Resultat einer guten Zusammenarbeit der gesamten Stallmannschaft mit Torsten Bukoitz und Przemyslaw Sroka an der Spitze, der zu Saisonbeginn aus Drebkau zu uns kam.“

Für Warneck war es bereits der sechster WM-Start seit 2003 im französischen Jardy. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: Je  einmal Gold und Silber sowie zweimal Bronze mit der Equipe, außerdem Zweiter in der Einzelwertung 2007 im polnischen Warka und jetzt in Topolcianky. Unverständlicher Weise fand er diesmal durch den amtierenden Bundestrainer Wolfgang Lohrer keine Berücksichtigung für die Mannschaft, die in der Besetzung Carola Diener (Vierte/142,55), Arndt Lorcher (Sechster/145,15) und Thorsten Zarembowicz (Achter/145,73) antrat und hinter Ungarn Zweite wurde, aber noch vor den starken Holländern landete. Dennoch gab es kein böses Wort von Warneck, der mit sich, seiner Leistung und den Pferden vollauf zufrieden war. Vor sechs Jahren war er als Führender ins Finale gegangen und musste sich mit Silber begnügen, diesmal griff er aus Vierter Position an und holte erneut Silber – wobei das jetzige für ihn viel wertvoller ist, wie er unumwunden zugab.

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